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Nur wer den Weg kennt erreicht das Ziel

Wer kennt es nicht aus Fernsehdebatten, Vorträgen oder Diskussionen – es wird mit bunten Farben eine Vision gemalt. Ein Ziel, wie Gemeinschaft sein soll. Ein Traum von etwas Besserem. Und dann passiert – nichts. Oder nicht viel.

Warum?

Weil die Vision zwar schön und erstrebenswert ist, aber eigentlich keiner weiss, wie sie zur Realität werden kann. Nur wer den Weg kennt erreicht auch sein Ziel. In diesem Artikel wirst es darum gehen, wie ich die Werte von „Radikal ausgeglichen“, die ich in den Kernwerten zusammengefasst habe, erreichen will. Wie man Gegensätze wertschätzen kann, eine Haltung des Voneinander Lernens entwickeln kann und sogar Menschen mit Meinungen die man für völlig falsch hält, nicht einfach ignoriert.

Denn mal ehrlich: Hast Du nicht schon oft versucht so zu leben und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist? Oder hast Du es vielleicht noch nie versucht, weil Du es sowieso für völlig unrealistisch hältst? Das wir das so schwierig finden hängt wohl damit zusammen, dass Gefühle und Sympathien unserer Kontrolle entzogen sind. Wir können es noch so sehr verleugnen, unsere Gefühle werden uns signalisieren, dass wir jene Person wichtiger oder attraktiver finden als eine andere. Denke nur daran, wie das war, als Du in einer andere Person verliebt warst. Du kannst einfach nicht logisch erklären, warum diese eine Person liebenswerter ist als andere. Wir können unsere Gefühle nicht kontrollieren oder ihnen befehlen zu kommen und zu gehen, wie wir es gerade wollen.

Das hat uns zu einer weitverbreiteten Annahme verleitet: Gegen unsere Gefühle können wir nichts machen, deswegen folgen wir ihnen einfach.

Wenn Du das denkst, möchte ich Dir etwas sagen, was für Dich neu klingen wird. Denn dass wir gegen unsere Gefühle nichts ausrichten können ist nur die halbe Wahrheit.

Unsere Gefühle sind wie ein Schiff

Natürlich ist es richtig, das Gefühle kommen und gehen und dass wir nicht einfach sagen können: „Ich möchte das fühlen und das nicht.“ Doch auch wenn wir unsere Gefühle nicht kontrollieren können, so können wir sie doch steuern. Unsere Gefühle sind nämlich wie ein Schiff. Wir leben auf diesem Schiff und es trägt uns in eine bestimmte Richtung, mal nach Osten, dann wieder nach Westen. Doch wir sind diejenigen, die dieses Schiff steuern. Und mit einer feinen und leichten Kursänderung, bestimmen wir die Richtung die das Schiff nimmt. Wenn wir den Kurs ändern sind wir immer noch am fast gleichen Ort. Warum? Weil es Zeit braucht bis sich das Schiff fortbewegt. Und wenn wir das Schiff nicht gerade mit einer Hauruckbewegung des Steuers sofort ändern, sondern die Richtung nur fein justieren, wird erst nach einiger Zeit sichtbar, dass wir den Kurs geändert haben. Und so können wir durch eine innere Neuausrichtung auch unsere Gefühle auf lange Sicht hin ändern.

Ich möchte an dieser Stelle ein Dir vielleicht unbekanntes Wort einführen. Aber keine Angst, ich werde es gleich erklären. Der Weg um unsere Gefühle zu steuern heisst Kontemplation. Kontemplation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „den Blick auf etwas zu richten“. Kontemplation hilft uns auf natürliche Weise Zugang zu positiver Energie zu finden. Zum Beispiel kann ich an einer herrlicher Blumenwiese in hektischer Getriebenheit vorbeigehen oder ich kann anhalten und den Eindruck auf mich wirken lassen.

Was werden meine Gefühle beim Anblick der Blumenwiese wohl tun? Sie werden positiv angeregt. Dabei ist es wichtig, dass ich mich zunächst entscheide mich zu öffnen und den Eindruck auf mich wirken zu lassen. Ich treffe also erst eine Entscheidung, die dann bestimmte Gefühle auslöst. Dabei kann es auch zu sogenannten Initiationsmomenten kommen. In diesen Momenten werde ich von etwas berührt, was mich noch nie zuvor angesprochen hat. Ich nehme zum Beispiel zum ersten Mal wahr, wie beruhigend das Plätschern des Baches auf mich wirkt. Dabei speichern meine Nervenzellen die positive Erinnerung in meinem Unterbewusstsein. Diese neue Erfahrung kann ich verstärken in dem ich sie mir wieder bewusst mache.

Kurz zusammengefasst: So wie wir den Kurs eines Schiffes auf die Dauer verändern können, so können wir durch bewusstes Betrachten auch unsere Gefühle steuern. Was Du betrachtest wird Dich prägen. Diesen Zusammenhang kannst Du nicht ändern. Du kannst Dich aber entscheiden, was Du betrachtest. Dabei ist es wichtig auch hier wieder „radikal ausgeglichen“ zu sein. Wenn ich sage, dass du die Landkarte deiner Gefühle ändern kannst, dann geht Das nicht unbegrenzt. Wenn Du Dich entscheidest, dein Schiff auf Land zu steuern, wird es an natürliche Grenzen kommen. Du wirst kaum ändern können, dass Du für manche Menschen mehr Sympathien aufbringen wirst, als für andere. Aber Du kannst für alle Menschen genügend Sympathien entwickeln um gut mit ihnen auszukommen.

Let’s get practical

Wie also kann ich lernen ein positives Bild von der Welt, mir selbst und meinen Mitmenschen zu entwickeln?

Zunächst einmal muss ich mich dafür entscheiden. Ich treffe die einfache und simple Entscheidung, dass es etwas Erstrebenswertes ist, die Welt so zu sehen. Religion kann da etwas Unterstützendes sein, manchmal aber auch etwas Hinderliches. In der Religion (zumindest in der christlichen, in der ich bewandert genug bin) ist der Mensch Geschöpf und daher „gewollt.“ Es gibt hier also eine gute Grundlage, warum ich ein positives Bild von mir und meiner Umwelt haben darf. Religion kann aber auch etwas Hinderliches sein, wenn das Gebot der Liebe Pflicht oder Zwang auslöst. Dann ist es wichtig, dass ich nicht nur deswegen meinen „Nächsten“ lieben möchte, um nicht verurteilt zu werden, sondern weil ich von dem Gebot der Nächstenliebe innerlich überzeugt bin (dieser Exkurs für meine vielen christlichen Freunde!).

Wenn Du Dich also entschieden hast, dann mache einmal Folgendes.

Nimm dir einmal Zeit, über die Talente, oder Leistungen eines Menschen in deinem Umfeld nachzusinnen. Führe Dir Situationen ins Bewusstsein, in der Dir die Talente oder Leistungen dieses Menschen in Bewusstsein gekommen sind. Vielleicht waren es auch nur kleine Gesten. Sie sind der Anfang von allem. Wenn Dir etwas eingefallen ist, schreibe es auf. Bewahre Dir das Geschriebene und hole es in einer Woche noch einmal hervor. Nun betrachte es. Nimm wahr was du fühlst. Wenn Neid oder Ähnliches hervorkommen, mache eine Liste mit Dir selbst. Das hilft dann, dir deiner eigenen Talente besser bewusst zu werden. Es besteht kein Grund zum Neid, wenn wir verstehen, dass wir eine ganz einzigartige Kombination an Talenten haben und gar kein Grund besteht neidisch zu sein. Lass es einfach wirken. Und Du wirst merken, wie sich dein Bild von der Person mit der Zeit verändert.

Wie Du merkst ist diese Übung nicht anstrengend. Wir ändern unsere Gefühle nicht in dem wir uns zusammen reissen, sondern in dem wir die Welt aus einer Perspektive betrachten, die gut tut und damit unsere Gefühle füttern. Und schenke den Stimmen in Dir, die Dir sagen wollen, wie kindisch das alles ist, kein Ohr. Es wirkt vielleicht nur deswegen kindisch, weil es in deiner Umgebung keiner macht. Aber spätestens wenn Du merkst, welche Sicherheit aus einem kontemplativen Lebensstil entsteht, wird aus dem was jetzt albern wirkt, vielleicht sogar etwas richtig Cooles.

Willst Du Dich heute auf den Weg machen, die Welt anders anzusehen? Dann leg los, denn den Kurs den Du heute vorgibst, wird bestimmen wie das Ziel aussieht, dass du in der Zukunft erreichst.

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